„Aktiv und nachhaltig mobil in Melk –

Gehen und Radfahren attraktiv machen“

Verbesserungsvorschläge der Radlobby Melk (Stand Dezember 2020)

(Schicke Sie uns auch Ihre Vorschläge und Beobachtungen – wir sammeln und ergänzen auch weiterhin Verbesserungsvorschläge)

Unsere Motivation – unsere Vorschläge

Die Radlobby Melk als Lobby für aktive Mobilität beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen für das Gehen und Radfahren in Melk. Unser Ziel ist es, für das Thema Bewusstsein zu schaffen und die Situation für Gehende und Radfahrende zu verbessern.

Das Leitbild „Stadt der kurzen Wege“ ist ein städtebauliches Konzept, das weltweit erfolgreich Anwendung findet. Es zielt auf die Reduktion des motorisierten Verkehrs, die Förderung der bewegungsaktiven Mobilität (Radfahren, Gehen sowie öffentlicher Verkehr) und die Erhöhung der Lebensqualität ab. Zentraler Punkt ist die laufende und auch kleinräumige Verbesserung von Rad- und Fußwegenetzen.

Die Radlobby propagiert dieses Konzept auch für Melk, da die kompakte Siedlungsstruktur der Gemeinde optimale Voraussetzungen für eine Stadtentwicklung mit Schwerpunkt auf die sanfte bzw. bewegungsaktive Mobilität bietet. Laufende Investitionen in bessere Fußgänger- und Radinfrastruktur machen daher Sinn, um Mobilität für alle sicherzustellen – vom kleinen Kind bis zur älteren Generation.

 Unsere Verbesserungsvorschläge unterteilen sich in folgende 6 Kapitel:

  1. Radfahren gegen Einbahnen ermöglichen
  2. Gute Radabstellanlagen errichten
  3. Kurze und attraktive Wege fürs Gehen und Radfahren schaffen
  4. Straßen und Plätze fürs Gehen und Verweilen gestalten
  5. Bewusstsein schaffen und Mobilitätskultur nachhaltig leben
  6. Gehen und Radfahren als Zukunftschance nutzen

 I) Radfahren gegen Einbahnen ermöglichen

Bei Einbahnöffnungen für Radfahrende geht es darum, möglichst direkte Verbindungen zu schaffen und so die Alltagsmobilität attraktiv zu gestalten.

Einbahnen werden für Autos geschaffen und für Radfahrende verursachen sie Umwege. Deswegen ist das Öffnen aller Einbahnen für Radfahrende ein Ziel. (Ausnahmen nur im Einzelfall und gut begründet).

o  Weiterführende Information z.B.: „Kurze Wege im Ort – Öffnen von Einbahnen für den Radverkehr“ http://www.radlobby.org/noe/wp-content/uploads/noe-landesregierung_kurze_wege_im_ort.pdf  (Broschüre Land NÖ)

 Positiv-Beispiele bereits geöffneter Einbahnen in Melk:

  • Abbe-Stadlergasse (ab Raika Richtung Rathausplatz)
  • Sparkassengasse (zwischen Finanzamt und BH Melk)
  • Kirchenplatz/Bahnhofstraße (Richtung Bahnhof)
  • Wienerstraße (von Rathausplatz bis Teufner-Eck)
  • Linzerstraße (Prinzlstraße bis Hauptplatz)

 Beispiele noch nicht geöffneter Einbahnen in Melk sind u.a.:

  • Einbahn Fürnbergstraße („Badstraße“) bergauf – auch Radfahrende dürfen seit 16.11.2020 hier nicht mehr bergab fahren und können nur noch die vielbefahrene Wienerstraße benützen, um von Wachaubad, Post, Gesundheitszentrum, Einkaufszenten beim Bad in Innenstadt sowie den Süden und Westen von Melk zu radeln.
  • Einbahn Abbe-Stadler-Gasse zw. RAIKA & Sparkasse: wichtige Verbindung in die Altstadt
  • Einbahn Wilhelm-Reich-Straße (vor Volksschule): hinauf Richtung Spital/Friedhof öffnen
  • Einbahn Himmelreichstraße: eine wichtige Verbindung Richtung Kreuzacker
  • Einbahn Lindestraße: wichtige Verbindung zum Bhf. für alle, die südlich der Bahn wohnen
  • Friedhofsweg: (Straße entlang Friedhofmauer /auch stadteinwärts öffnen)
  • Roseggerstraße: Verbindung zwischen Altstadt und Schulen

II) Gute Radabstellanlagen erreichten

Qualitätsvolle Radabstellanlagen an wichtigen Zielen anzubieten (z.B. Schulen, Behörden, Wachaubad, Geschäfte etc.) motiviert zum Radfahren. Wer sein Fahrrad gut und sicher abgestellt weiß, wird es im Alltag öfter benutzen. Die Qualität, Quantität und Verteilung der Radabstellanlagen im Gemeindegebiet sind dabei wichtige Aspekte.

o  Weiterführende Information z.B.: Ratgeber Radparken (Broschüre Radlobby Ö)

Positiv-Beispiele guter Radabstellanlagen in Melk:

  • Tischlerei Melk (gute Bügel, überdacht und wetterfest, gut sichtbare Kennzeichnung)
  • Gesundheitszentrum (gute Bügel, überdacht und wetterfest)
  • Bahnhof (gute Bügel, überdacht und wetterfest)

 Orte, wo das sichere und qualitätsvolle Radparken zu verbessern ist sind u.a.:

  • Wiener Straße zwischen Rathausplatz und Bäckerei Teufner: derzeit keine Radabstellanlagen vorhanden.
  • Wachaubad / Eislaufplatz – keine qualitätsvollen Radabstellanlagen vorhanden (z.B. Bügel)
  • Sportplatz bei Löwenpark – Radabstellanlagen fehlen
  • Löwenpark: Hofer – Radständer nur über hohe Gehsteigkante erreichbar
  • Überdachte Radabstellplatz beim ehem. Forsthaus wurde demontiert (Touristen suchen beim Forsthaus die in diversen Booklets noch angegebenen Radabstellplätze; Service an unsere Gäste: dort Info anbringen, wo sich Radabstellplätze jetzt befinden)
  • Überdachte Radabstellplätze am alten Stiftsparkplatz gehören besser kommuniziert (damit sie auch gefunden werden)

 III) Kurze, attraktive Wege fürs Gehen und Radfahren schaffen

Es braucht ein dichtes und sicheres Wegenetz, um gerne mit dem Rad zu fahren und zu Fuß zu gehen. Selbst kleine Umwege reduzieren die Bereitschaft der Menschen zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren deutlich.

o  Weiterführende Information z.B.: „Förderung des Fußgängerverkehrs in Gemeinden“ (Broschüre Umweltministerium)

 Positiv-Beispiele in Melk, die zu einer Verdichtung des Wegenetzes beitragen:

  • Diverse Altstadt-Passagen (z.B. Bahngasse, Durchgang Alte Post)

Orte mit Verbesserungspotenzial, die zu einer Verdichtung/ Aufwertung des Wegenetzes beitragen könnten; u.a.:

  • Radverbindungen zwischen Stadt Melk und den Katastralgemeinden schaffen bzw. verbessern (aus Großpriel, Kollapriel, Klauspriel, Rosenfeld, Pielach, Pielachberg, Spielberg, Pöverding, Schrattenbruck, Winden, Neuwinden): vor allem für die immer zahlreicher genutzten Elektro-Fahrräder sind dies Distanzen in die Stadt und zwischen den Katastralgemeinden und auch teilweise vorhandene Anstiege kein Hindernis mehr – Radwege sind hier eine wichtige Investition in eine gesunde, klimaverträgliche Mobilität mit Zukunft und ist eine Infrastruktur, die alle Siedlungsgebiete von Melk zu einem Ganzen zusammenwachsen lässt.
  • allmannsgraben – die fehlende Abbiegespur und Querungshilfe auf Wiener Straße macht das Abbiegen und Queren gefährlich und ist dringend zu lösen. Zum einen ist dies Teil des Donauradweges und dementsprechend sind viele Donauradler unterwegs, zum anderen werden durch die Siedlungserweiterung im ehemalige Seminar hunderte neue Bewohner in diesem Stadtteil hinzukommen.
  • getrennter Radweg (oder zumindest Radstreifen) auf Wiener Straße bergauf entlang Friedhofböschung dringend nötig. Autos überholen langsam bergauf fahrende Radler gefährlich knapp – generell: (zumindest) Radfahrstreifen auf Fahrbahn dort, wo es bergauf geht (z.B. Fürnbergstraße).
  • Adlmannsederstraße – hier wurde 2018 neu gebaut – der Radverkehr blieb unberücksichtigt. Die zu hohe Autogeschwindigkeit gefährden hier die Radfahrenden.
  • Radweg von Stadtpark zum Löwenpark auf Durchgängigkeit, Beschilderung, Bodenmarkierung und Sicherheit überprüfen – a. in Kreuzungsbereichen.
  • Fehlender Radweg auf Südspange – eine wichtige und durch die ebene Topografie direkte Verbindung zwischen Kaserne, Feuerwehr zum Jugend- & Sportzentrum. Durch den fehlenden Radweg sowie durch den schnellen Autoverkehr ist diese Route jedoch aufgrund der geringen Verkehrssicherheit nicht attraktiv. Auch im Hinblick auf die Stadterweiterung ist hier dringender Handlungsbedarf, denn es ist mittelfristig mit einem Bevölkerungszuwachs von hunderten bis tausenden neuen Einwohnern zu rechnen (je nach projektierter Bevölkerungsdichte).
  • Wiener Straße vom Teufner-Eck stadteinwärts: hier wäre durch Autofreiheit eine schöne Spazier- und Flanierstraße zu schaffen – in die enge Straße „gequetschte“ Parkplätze machen das Gehen am Gehsteig zum Spießrutenlauf – dass das eine Begegnungszone ist, ist nicht erkennbar.
  • Radweg-Lückenschluss ab Stiftskreisverkehr Richtung Baumarkt Schuberth
  • Schuberth-Kreuzung von / nach Spielberg entschärfen
  • Stiftstraße (Zufahrtsstraße zu Stiftsparkplatz) – Gehweg und Radweg fehlt (für Kirchgänger und für Stiftsschüler vom Kreuzacker)
  • Radweg Abt-Karl-Straße: von Löwenpark bis zu neuer Unterführung (Planung lt. Vbgm. Kaufmann fertig, aber kein Geld für Umsetzung)
  • Tankstellen EVN und Jet-Tankstelle (u.a. als Wochenend-Nahversorger ): mit Rad oder zu Fuß praktisch nicht erreichbar
  • „verschwundene“ (Fußweg-)Verbindung entlang Bahn wiedererrichten und aufwerten: Übungsplatz Fahrschule Rath – Jakobswiese – In der Trieben
  • Siedlung am Wachberg an Stadt anbinden (sowohl für Radfahrende als auch Gehende)
  • Radroute Pielachbrücke – bis Spielberg; hört dort auf.
  • Stadtpark-Mitteltor (Julius-Haidvogel-Gasse) Bereich umgestalten, Zugang wieder öffnen & sichere Straßenquerung ermöglichen; inklusive temporeduzierender und sichtverbessernder Gestaltung.
  • Städtebauliche Achse Hubbrücke-Altstadt im Zuge d. Mobilitätskonzepts prüfen & für Radfahrende und Gehende durch direkte Verbindung in die Stadt aufwerten.

Rollfährenstraße – durch Umbau wurde neuer (Donau-)Radweg-Engpass geschaffen. Der Umbau (Stand September 2020) sieht die Schaffung eines 2,5 bzw. 3 m Geh-/Radwegs vor (für die in der in Hochsaison täglich über tausend radfahrenden und 800 gehenden Gäste und Einheimische; daneben sind 6,5 m Autostraße für – in der Hochsaison – 100 Busse/400 Pkw pro Tag. Die bisher konfliktfreie Gestaltung (5 m breite Straße für alle inklusive Pkw & Busse in Schrittgeschwindigkeit) war de facto eine Begegnungszone und wurde durch eine für Radfahrende und Gehende schlechtere Lösung ersetzt. Konflikte zwischen Gehenden und Radfahrenden am Geh-Radweg sind angesichts der Gestaltung vorprogrammiert; der neue Vorrang für Pkw und Busse aus der Autozufahrt-Straße in die Rollfährestraße schafft zusätzliches Konfliktpotenzial.

IV) Straßen und Plätze fürs Gehen und Verweilen gestalten

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Positiv-Beispiele guter Straßen- und Platzgestaltungen in Melk:

  • Rathausplatz – Fußgängerzone, weitgehend autofrei, schattige Sitzplätze im Sommer entlang der Häuserzeile, Fahrradabstell-Möglichkeiten, belebter und beliebter Platz (Verbesserungspotenzial besteht: z.B. keine Ruhezonen, für Kleinkinder schlecht geeignet)

Straßen und Plätze, für welche eine Aufwertung sinnvoll ist; u.a.:

  • Hauptplatz – zwar als Begegnungszone/Fußgängerzone ausgeschildert, aber durch zahlreiche Parkplätze und Einbauten wird die Querung zu Fuß erschwert; auch die fehlende Beschattung mindert die Aufenthaltsqualität.

V) Bewusstsein schaffen und Mobilitätskultur nachhaltig leben

Neben baulichen Gestaltungen braucht es auch bewusstseinsbildende Maßnahmen, Aktionen und lokale Vorbilder, um positive Veränderungen im individuellen Mobilitätsverhalten zu befördern und eine nachhaltige kommunale Mobilitätskultur zu erreichen. Zahlreiche Organisationen und Institutionen bieten hier gute Ideen für Kampagnen und sonstige Maßnahmen:

o  Weiterführende Information z.B.:

https://www.radlobby.at/ (Radlobby Österreichs)

https://www.walk-space.at/ (Fußgängerverein Österreichs)

https://www.fuss-ev.de/ (Deutscher Fachverband Fußverkehr)

https://www.vcoe.at/ (Verkehrsclub Österreich)

https://www.mobilitaetswoche.at/ (Europäische Mobilitätswoche)

https://www.radland.at/ (Förderkampagne Radfahren des Landes NÖ)

https://www.klimabuendnis.at/ (kommunale Klimaschutz-Netzwerk Österreichs)

Beispiele für Bewusstseinsbildungsmaßnahmen durch die Radlobby Melk:

Die Radlobby Melk veranstaltet seit dem Jahr 2014 jährlich einen Tweedride/Radcorso – nostalgisch gekleidet zu Swing-musik Rad fahren, frei nach dem Motto: Radfahren macht schön!; jährliche Fahrradbörse der Radlobby Melk: Kauf und Verkauf gebrauchter Fahrräder (in Kooperation mit Rotary Club Melk); jährliches Neujahrsradeln der Radlobby, frei nach dem Motto: Radfahren hat immer Saison/auch das Radljahr beginnt am 1. Jänner. Aktion „RadlWadlPass – Einkaufen mit dem Fahrrad und zu Fuß“ – Motto: Wer zu Fuß oder per Rad einkauft. kauft im Ort/stärkt die lokale Wirtschaft (in Kooperation mit Zunftzeichen, Verein der Melker Wirtschaft).

 VI) Zukunftschancen bei Umbauten für das Gehen und Radfahren nutzen

Bei Neu- und Umplanungen der Verkehrsinfrastruktur sowie bei Siedlungserweiterungen ist der Rad- und Fußgängerverkehr vorrangig zu berücksichtigen. So können viele verkehrsplanerische und städtebauliche Potenziale kostengünstig genutzt werden.

o  Weiterführende Information z.B.: „Einfluss der Raumordnung auf die Verkehrsentwicklung“ (Broschüre VCÖ)

http://www.landluft.at/ (Baukultur im ländlichen Raum)

Zukunftschancen – bei sich ergebender Gelegenheit berücksichtigen und nutzen u.a.:

  • Radweg Südspange – Autobahnzubringer > Richtung Bad/Einkaufszentren: wäre ideale (weitgehend ebene) Verbindung aus dem Gebiet Kaserne/südliche Wohngebiete/Stadterweiterungsgebiet Süd zu Post, Wachaubad, Supermärkte etc.
  • Bei (in Zukunft) geplanter Verbindungsstraße Abt-Karl-Straße-Quarzwerke-B1 Radweg berücksichtigen
  • Diverse fehlende aber mögliche Radverbindungen im Bereich Autobahn-Zubringer verwirklichen: Rampe bei Industriestraße; durch Gewerbegebiet (Hobelstraße)
  • Radweg von Melk auf Schallaburg fehlt (attraktiver Radweg auf Schallaburg wäre ein wichtiger Anreiz für Donauradweg-Touristen länger in Melk zu übernachten – mit zusätzlichem Besuch auf der Schallaburg)

 

Verbesserungsvorschläge fürs Gehen und Radfahren in Melk (Maßnahmenkatalog)
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