Der 12.12. war ein wichtiger Tag!
Der 12.12. war ein sehr guter Tag!

Voller Spannung steuerten wir die letzten Tage auf die Kundgebung in St.Pölten zu. Es ist natürlich immer etwas ungewiss, wieviele Teilnehmer an einem Arbeitstag für so eine Kundgebung zu mobilisieren sind. Die Vorweihnachtszeit – samt Einkaufsstress, Weihnachtsfeiern und widrigen Wetterbedingungen – macht das zur besonderen Herausforderung. Dennoch fanden sich ca. 200 mutige Kämpfer – „bewaffnet“ mit Banner, Plakaten und Tafeln – beim Landhausplatz ein. Eigentlich sensationell!

Ein voll besetzter Bus kam vom Waldviertel, ein weiterer voller Bus vom Weinviertel zur Kundgebung (den Weinviertlern gebührt besonderer Dank!). In beiden Fällen musste leider einigen an der Teilnahme interessierten Personen aus Mangel an Sitzplätzen abgesagt werden. Weitere Gruppen und Einzelpersonen reisten auf eingene Faust an. Die erste Hürde – eine ausreichende Teilnehmerzahl – war genommen! Eine kleine Vorhut unserer Plattform war schon früher vor Ort und hat die Technik und das „Bühnenbild“ – eine angedeutete Autobahn mit entsprechender Vertonung (Autobahnlärm) aufgebaut. Schnell war alles eingerichtet. Die Stimmung war von Anfang an gut, selbst Kälte und Schneefall konnte dem keinen Abbruch tun!
Ein wichtiges Detail am Rande: Von Anfang an waren auch TV-, Radio- und Zeitungsmedien präsent.

Pünktlich um 10.30 Uhr konnte mit den Redebeiträgen begonnen werden.
Mit kurzen Ansprachen sind folgende Redner zu Wort gekommen:

DI Dr. Dieter Schmidradler (Verkehrswende NÖ), Boris Lechthaler (Solidarwerkstatt), Max Nutz (Fridays For Future), Renate Gönner (in Vertretung für den verhinderten Heini Staudinger/GEA&Waldviertler), Dr. Peter F. Mayer (Anrainer der vielbefahrenen A22 aus Bisamberg), Franz Schrenk (Tischlermeister), Dr. Dr. Josef Baum (Verkehrs-und Regionalforum Waldviertel/Lebenswertes Waldviertel), ÖR Thomas Kainz (Lebenswertes Waldviertel).
Moderiert hat Ing. Hans Bierwolf (Lebenswertes Waldviertel).

Die „Initiative PRO Franz-Josefs-Bahn“ war mit Gerald Hohenbichler und Infostand vertreten. Eine Dame der Bürgerplattform Pro St. Pölten hat sich spontan gemeldet und auch kurz gesprochen.
Die Reden waren allesamt ergreifend und hatten alle einen gemeinsamen Grundtenor: Es ist höchste Zeit für Veränderung, vor allem in Hinblick auf den Straßenverkehr, egal ob in Zusammenhang mit Klima, Natur oder Lebensqualität, so kann es nicht weitergehen! Die geplante Waldviertelautobahn ist ein Projekt aus der verkehrspolitischen Steinzeit, nicht mehr zeitgemäß und verantwortungslos.

Helga Krismer von den Grünen NÖ und Edith Kollermann von den Neos NÖ waren ebenfalls anwesend, beide sprachen kurz vor der Menge. Die Grünen waren von Anfang gegen die Pläne einer Autobahn und freuten sich über den wachsenden Widerstand aus der Bevölkerung. Die Neos NÖ, welche ursprünglich im guten Glauben für eine objektive strategische Prüfung gestimmt haben, fühlen sich inzwischen getäuscht, da hier augenscheinlich von keiner objektiven und ergebnisoffenen Prüfung mehr gesprochen werden kann.

Gegen Ende der Reden ist auch Landesrat Schleritzko erschienen, eine Runde gegangen und hat allen die Hand gegeben. Ein paar Kundgebungsteilnehmer haben dies verweigert, was dem Herrn Landesrat sichtlich nicht gefallen hat. Anschließend sprach auch er einge Worte in das Mikrofon. Es waren wieder die wiederkehrenden Phrasen, „Die strategische Prüfung der Autobahn sei ergebnisoffen und faktenbasierend“ usw. zu hören. Er konnte seinen Standpunkt, dass er selber kein reiner Befürworter der Europaspange sei, nicht wirklich glaubhaft machen, hat er doch in zahlreichen Medienberichten immer wieder sein Bekenntnis zur Europaspange bekräftigt. Das steht im krassen Widerspruch zu „ergebnisoffen“. Trotz etwas angespannter Atmosphäre lud Landesrat Schleritzko anschließend einen kleinen Kreis der Organisatoren in das Landhaus zu einem Gespräch. Er bot an, ein Treffen von ausgewählten Fachleuten beider Seiten (Pro u. Contra Autobahn) zu ermöglichen. Einen vernünftigen Dialog darf man sich ja zumindest wünschen – ist ja bald Weihnachten. Im Landhaus wurde von Vertretern der Plattform Lebenswerten Waldviertel ein an die Landeshauptfrau Mikl-Leitner gerichteter Appell übergeben.

Gegen 12.00 Uhr war die Kundgebung beendet und die dargestellte Autobahn wurde symbolisch weggeräumt, in der Hoffnung, dass auch das Land NÖ von dem Projekt Waldviertelautobahn Abstand nimmt.

Abschließend kann gesagt werden, dass sich die Mühen auf jeden Fall gelohnt haben! Die Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen hat wunderbar geklappt. Vielleicht fragt sich so mancher, wieso waren auch so viele Personen aus dem Weinviertel und Mühlviertel dabei, was haben denn die mit der Waldviertelautobahn zu tun? Ganz einfach, die Europaspange hat zwei Enden, eines in Hollabrunn und eines in Freistadt. Umso wichtiger gilt es zu erkennen, dass dieses drohende Autobahnprojekt kein rein Waldviertler Thema ist, sondern auch andere Regionen betrifft. Und nur wenn wir gemeinsam und entschlossen auftreten, werden wir etwas erreichen können.
Die Kundgebung in St.Pölten hat gezeigt, dass wir mit vereinten Kräften etwas auf die Beine stellen können und das macht Mut für die weitere Aktivitäten. Argumente alleine bewegen die Landesregierung nicht, die Menschen müssen aktiv werden und wenn notwendig auch auf die Straße gehen. Je mehr Menschen wir für unsere Anliegen gewinnen können, desto stärker wird die Wirkung sein.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten! Danke für Euer Engagement! Ohne diese Ünterstützung wäre so eine Kundgebung nicht möglich! Wir werden für künftige Projekte aber unbedingt noch ein Schäuflein nachlegen müssen, um uns ausreichend Gehör zu verschaffen. Was jedoch auf jeden Fall kann gesagt werden kann: Wir sind auf einem guten Weg!

Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, hier der
gesamte Tonmitschnitt der Ansprachen auf Radio FRO.
Anhören lohnt sich.

Im ORF NÖ wurde auch kurz darüber berichtet (AVI download)
P3TV
Kurier
NÖN.at
Kronenzeitung

Noch zwei wichtige Hinweise:
1)
Wie wir alle wissen, laufen gerade Koalitionsverhandlungen zwischen Türkis und Grün. Die Waldviertelautobahn wird dabei sicher auch Thema sein. Es wäre klug, noch während der Verhandlungen bei den türkisen Bundespolikern den Unmut über die geplante Autobahn zu äußern. Das kann große Wirkung haben! Daher unsere Bitte an Euch: Schreibt, wenn es irgendwie möglich ist, noch vor Weihnachten an dieser Personen. Hier zwei Nationalräte, die als Adressaten in Frage kommen:
Elisabeth Köstinger: Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei Dr. Karl Renner-Ring 3, 1017 Wien elisabeth.koestinger@parlament.gv.at
Lukas Brandweiner (aus dem Bezirk Zwettl): Parlamentsklub der Österreichischen Volkspartei Dr. Karl Renner-Ring 3 1017 Wien lukas.brandweiner@parlament.gv.at
Zahlreiche Argumente gegen eine Autobahn findet ihr auf www.lebenswertes-waldviertel.at

2)
Am 17.01.2020 18.00 Uhr findet in 3900 Schwarzenau, Gasthaus Helletzgruber, Bahnhofstraße 7, ein Treffen der Regionalgruppen und aktiven Unterstützer der Plattform Lebenswertes Waldviertel statt. Wenn unsere Bewegung mehr in die Breite gehen soll, wird eine personelle Verstärkung unumgänglich sein. Daher ist jeder, der sich aktiv in unserer Plattform einbringen möchte, herzlich eingeladen zu kommen, schon kleinere Aktivitäten einzelner können in der Summe sehr nützlich sein!
Hier die Einladung: https://www.lebenswertes-waldviertel.at/wp-content/uploads/2019/12/Regional-2020.jpg

Liebe Grüße und einen besinnlichen dritten Advent
Florian Kainz vom Team der Plattform Lebenswertes Waldviertel

Print Friendly, PDF & Email
12. Dez. 2019
Bericht von der Kundgebung gegen die Waldviertel Transitautobahn
Markiert in: