Die Radlobby Klosterneuburg und die Stadtgemeinde haben im Vorfeld des großen Radfestes am 7. und 8. Mai eine gemeinsame Imagekampagne für das Alltagsradfahren in unserer Stadt gestartet. Im Amtsblatt – und hier – geben Radfahrende ihre Beweggründe für ihre Verkehrsmittelwahl preis.

Peter Jonas wohnt in Klosterneuburg und ist seit 2010 Professor am IST Austria. Der Hirnforscher beschäftigt sich vor allem mit den Themen Lernen und Gedächtnis. 2016 erhielt er mit dem Wittgenstein-Preis den wichtigsten Wissenschaftspreis Österreichs.

Für welche Wege nutzen Sie Ihr Fahrrad?
Ich fahre das ganze Jahr und bei fast jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit. Man braucht natürlich die richtige Ausrüstung. Wenn ich meine Überbekleidung ausziehe, bin ich am Morgen in einer Minute fertig für die erste Besprechung. Auch für kleinere Besorgungen und Mountainbike-Touren greife ich gerne zum Fahrrad.

Warum fahren Sie Rad?
Ich arbeite sehr viel und habe einfach oft nicht die Zeit, nach dem Heimkommen noch Sport zu machen. Die Bewegung an der frischen Luft hilft mir, mich geistig auf den Tag vorzubereiten. Der persönliche CO2-Fußabdruck spielt natürlich auch eine Rolle.

Was ist für Sie das Schönste am Radfahren?
Am schönsten ist es, bei Sonnenschein die Plöcking herunterzufahren und den Ort und das Institut aus ungewohnter Perspektive zu sehen.

Judith Brocza ist Shiatsu-Praktikerin und engagiert sich bei den Parents for Future. Sie wohnt ganz oben am Ölberg.

Für welche Wege nutzen Sie Ihr Fahrrad?
Fast für alle Wege und nahezu täglich: für meinen Arbeitsweg nach Wien, zum Einkaufen oder zum Recyclinghof, aber auch für Freizeitwege. Für meinen Urlaub schätze ich die Kombination aus Rad und Bahn.

Warum fahren Sie Rad?
Ich möchte nicht vom Auto abhängig sein. Beim Radfahren habe ich immer das Gefühl, dass ich das Richtige tue. Ich verursache keine Schadstoffe und bleibe total fit. Ich habe viel mehr Bezug zu Sonne, Regen, Wind, Hitze und Kälte.

Was ist für Sie das Schönste am Radfahren?
Ein Sonnenaufgang an der Donau oder dichter Nebel am Ölberg sind ganz besondere Erlebnisse. Besonders schön finde ich, dass ich beim Radfahren schon viele Menschen kennengelernt habe. Ein kurzes Plauscherl ist immer eine willkommene Abwechslung, wenn ich es nicht eilig habe.

Happyland-Geschäfts-
führer Wolfgang Ziegler kommt aus dem Beachvolleyball-Sport, wo er sowohl als Leistungssportler als auch unternehmerisch mit www.beachvolleywien.at tätig war. Er beschäftigt sich mit dem Thema Radfahren auch im Happyland. Unter anderem soll die Zufahrt bzw. der Zugang für Radfahrende und Fußgänger*innen verbessert werden und im April startete er einen E-Bike-Verleih.

Für welche Wege nutzen Sie Ihr Fahrrad?
Als ich noch in Wien lebte, fuhr ich im Sommer oft mit dem E-Bike in die Arbeit. Seit eineinhalb Jahren wohne ich wieder im Sachsenviertel und nutze das E-Bike in der warmen Jahreszeit fast täglich für meinen Arbeitsweg, im Winter 2020/21 bin ich sogar durchgefahren. In meiner Freizeit besteige ich auch gerne mein Mountain-Bike und fahre auf den Leopoldsberg oder Buchberg. Hauptstraßen meide ich.

Warum fahren Sie Rad?
Beim E-Biken geht es mir vor allem um den Weg und nicht um Sport. Trotzdem ist es eine willkommene Chance für etwas Bewegung und um draußen zu sein – ich sitze ja den ganzen Tag im Büro. Auf meinem Arbeitsweg bin ich mit dem Rad genauso schnell wie mit dem Auto am Ziel.

Was ist für Sie das Schönste am Radfahren?
Beim Mountainbiken geht es mir um den Spaß an der Bewegung. Ich laufe nicht gerne, aber auf dem Rad kann ich Herz und Kreislauf stärken. Und natürlich habe ich auch die Wege von und nach Wien entlang von Donau und Donaukanal als sehr komfortabel und sicher empfunden. Für sehr wichtig erachte ich den respektvollen Umgang aller Verkehrsteilnehmer*innen untereinander, deshalb empfinde ich es als sehr schön, und es kommt oft vor, dass ich immer wieder auch respektvolle Autofahrer*innen treffe, die mir als Radfahrer die Vorfahrt lassen.

Susanne Filippovits ist Lehrerin für Deutsch und Geschichte am Schulschiff „Bertha von Suttner“ in Wien. Sie legt fast alle ihre Wege mit ihrem E-Bike zurück.

Für welche Wege nutzen Sie Ihr Fahrrad?
Mein E-Bike ist mein Hauptverkehrsmittel, es bringt mich überall hin, privat und beruflich. Ich fahre damit zur Schule und einkaufen, meistens auch im Winter – außer es ist mit Eis oder Schnee auf der Fahrbahn zu rechnen. Im Sommerurlaub nutze ich gerne die Kombination aus E-Bike und Bahn.

Warum fahren Sie Rad?
Mit einem normalen Rad wäre mir der häufige Gegenwind an der Donau zu anstrengend, mit meinem E-Bike komme ich trotzdem unverschwitzt an. So bewege ich mich ein bisschen, und das Radeln macht meinen Kopf nach einem anstrengenden Arbeitstag wieder frei. Für mich ist das eine sehr entspannende Form, etwas zum Klimaschutz beizutragen.

Was ist für Sie das Schönste am Radfahren?
Es ist viel angenehmer mit dem Rad unterwegs zu sein als mit dem Auto. Das Allerschönste ist der Sonnenaufgang an der Donau. Ich freue mich, wenn ich Enten Schwäne, Kormorane und manchmal auch Graureiher, Biber oder Eichkätzchen auf meinem Arbeitsweg sehe.

Roland Himmelbauer studierte Maschinenbau und war bei Siemens Verkehrstechnik (zuvor Simmering-Graz-Pauker AG) in leitender Stellung an der Konstruktion von Schienenfahrzeugen, darunter die Wiener U-Bahn-Garnituren und das Straßenbahnmodell ULF, tätig. Trotz seiner 81 Jahre fährt er gerne mit dem Rad.

Für welche Wege nutzen Sie Ihr Fahrrad?
Für fast alle Alltagswege zwischen St. Andrä-Wördern und Wien – zum Einkaufen, zum Arzt oder um meine Tochter und meine Enkelkinder zu besuchen. Ich fahre auch über die Leopoldstraße oder die Hundskehle in die Obere Stadt, nur die Pater Abel-Straße ist mir zu steil. Am liebsten benütze ich Radwege, denn auf der Fahrbahn ist es leider deutlich gefährlicher.

Warum fahren Sie Rad?
Da habe ich vier Gründe: Das Radfahren ist mein regelmäßiges Fitnesstraining, ich muss keinen Parkplatz suchen, es ist billiger als mit dem Auto und natürlich auch gut für die CO2-Bilanz.

Was ist für Sie das Schönste am Radfahren?
Man ist frei und nicht ins Auto eingesperrt. Ich bin schneller als zu Fuß und mit einer angenehmen Geschwindigkeit unterwegs – nicht zu schnell und nicht zu langsam. Und ich bin beim Radfahren an der frischen Luft.

Karlheinz Essl ist Komponist, Performer und Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Sobald das Thermometer mehr als 5°C anzeigt, ist das E-Bike sein liebstes Verkehrsmittel.

Für welche Wege nutzen Sie Ihr Fahrrad?
Ich besitze seit zwei Jahren ein E-Bike und nutze es einerseits als Transportmittel und andererseits als spirituelles Movens. Ich bin rasch unten im Tal, und mit dem E-Bike ist auch die Steigung zurück auf den Ölberg kein Problem. Zur Musik-Uni brauche ich 45 Minuten und ich kann mich währenddessen auf den Tagesablauf einstellen. Ich komme geläutert, gelöst und entspannt bei der Arbeit an. Auf der Rückfahrt lasse ich die Geschehnisse des Tages und alles, was mich beschäftigt, noch einmal Revue passieren.

Warum fahren Sie Rad?
Für den Klimaschutz, also um möglichst wenig mit dem Auto zu fahren, und zur Entspannung. So bin ich im vergangenen Jahr rund 4.000 Kilometer geradelt. Außerdem erspare ich mir dadurch das Fitnessstudio.

Was ist für Sie das Schönste am Radfahren?
Wenn ich in den Flow komme, also wenn das Rad gewissermaßen von selbst fährt und ich mich von ihm tragen lassen kann. Ich genieße es, in die Landschaft oder die Stadt einzutauchen, weil ich da immer wieder spannende Dinge sehe. Das Allerschönste ist eigentlich das Abzweigen vom Weg. So lerne ich meine Umgebung besser kennen, auch wenn die Fahrt dadurch länger dauert.

Katja Mayr ist begeisterte Radfahrerin und Lehrerin am Gymnasium Klosterneuburg. Sie unterrichtet Spanisch sowie Geographie und Wirtschaftskunde.

Für welche Wege nutzen Sie Ihr Fahrrad?
Ich fahre beinahe täglich – rund ums Jahr, bei Kälte, Nieselregen, prallender Sonne oder Wind. Das Fahrrad ist für mich nicht nur das Fortbewegungs-
mittel in Wien, um all meine „Erledigungen“ zu machen, sondern auch mein bevorzugtes Verkehrsmittel für die 17 Kilometer zur Arbeit nach Klosterneuburg.
Im vergangenen Sommer habe ich zum ersten Mal das Reisen mit dem Fahrradfahren verbunden und bin mit meinem Tourenbike von Wien nach Spanien geradelt. 

Warum fahren Sie Rad?
Zum einen erfülle ich mit dem Radfahren meine individuellen Bedürfnisse, vorrangig die sportliche Betätigung und den Ausgleich zur Arbeit. Ich kann beim Radfahren gut abschalten – das ist sehr meditativ für mich. Zum anderen benutze ich das Rad als Hauptfortbewegungsmittel, um CO2-frei unterwegs zu sein und als Zeichen für eine notwendige Mobilitätswende.

Was ist für Sie das Schönste am Radfahren?
Das Radfahren beschert mir ein absolutes Freiheitsgefühl und ich fühle mich fit. Es macht mich glücklich zu erleben, welch große Distanzen mit eigener Beinkraft zu schaffen sind. Außerdem liebe ich es, am stauenden Straßenverkehr vorbeizuziehen.

Wir alle fahren Rad