Radbasisnetz – jetzt ist endlich einmal was passiert!
Seit 2019 wird den Alltagsradler*innen in einigen Regionen Niederösterreichs ein sogenanntes Radbasisnetz versprochen. Ziel: alltagstaugliche, sichere und direkte Verbindungen zwischen den Gemeinden und Ortschaften. In Gmünd startete der Prozess 2019 unter dem Titel „Radlgrundnetz“. Die Radlobby-Gruppe Gmünd hat sich nach Kräften darum bemüht, von der Stadtgemeinde doch in die Vorbereitungen eingebunden zu werden, und konnte zumindest einige wichtige Anmerkungen zur vorläufigen Planung machen. (Links zu bisherigen Berichten siehe unten)
Jetzt, im Sommer 2026, gibt es endlich eine erste größere Umsetzung – und die ist ein echter Gewinn für die betroffenen Orte.
Großneusiedl – Waldenstein – Albrechts – Gmünd
Der neue Radweg verbindet die Orte Großneusiedl, Waldenstein, Albrechts und die Bezirkshauptstadt Gmünd. Von Großneusiedl bis Gmünd sind es auf der neuen Route 7 km. Von Großneusiedl führt ein neu errichteter Geh- und Radweg entlang der L69 nach Waldenstein und bis zum dortigen Freizeitzentrum und weiter bis ins Ortszentrum (ca. 1,7 km). Nach Durchfahrt durch den Ort schließt wiederum ein neu errichteter Geh- und Radweg entlang der L69 an, der bis zur Ortseinfahrt von Albrechts (1,2 km) reicht. Nach Durchfahrt durch den Ort setzt am Ende des Dorfes ein neuer Geh- und Radweg fort, der teils durch den Wald bis zur Gemeindegrenze von Gmünd führt (ca. 1,5 km).
Gemeinde Gmünd: Ende der Ausbaustrecke
Ab der Gemeindegrenze führt die Route durch den Wald bis zum sogenannten Teichkettenweg und darauf weiter und mündet am Ende des Teichkettenweges beim Harabruckteich in die Habsburg-Lothringen-Straße (ca. 1,6 km). An deren Ende, beim Kreisverkehr, führen die Wege (mit oder ohne Radweg) zentral zu allen relevanten Zielen.
Zwischen Großneusiedl und der Gemeindegrenze zwischen Waldenstein und Gmünd handelt es sich, ausgenommen die Abschnitte durch die Orte Waldenstein und Albrechts, um einen neu angelegten, baulich von der Straße getrennten, asphaltierten Geh- und Radweg.
An der Gemeindegrenze zu Gmünd endet der neu angelegte Radweg. Ab da wurde der bestehende Wanderweg mit Recyclingasphalt abgedeckt und ist somit deutlich holpriger.
Die Route endet zentral in Gmünd. Vom (sogenannten Billa-)Kreisverkehr aus sind alle wichtigen Ziele in geringer Distanz erreichbar, teilweise auch mit Radweg angebunden: Bahnhof, Verbindung zur Neustadt, Schulzentrum, Mittelschulen und Gymnasium sowie die Altstadt.
Geänderte Streckenführung
Die ursprünglich vorgesehene Trasse hätte auch von Albrechts aus weiter an der L69 entlang verlaufen wollen, um dann beim Sole-Felsen-Bad in den dort endenden Radweg zu münden. Die Umsetzung scheiterte am Grundbesitzer Andreas Salvator Habsburg. So endet weiterhin der Radweg beim Sole-Felsen-Bad abrupt. (Nicht einmal die Spaziergänger am Teichkettenweg finden hier einen Gehweg oder eine geschützte Querung vor.)
Die ursprünglich vorgesehene Streckenführung zwischen Albrechts und Gmünd hätte eine Anbindung an den bestehenden Radweg in die Neustadt ermöglicht, wäre aber mit weiteren und teils auf einem stark befahrenen Straßenabschnitt verlaufenden Wegen zu den wichtigen Zielen (Schulen, Bahnhof, Altstadt) – oder erheblichen Umwegen auf Radwegen – verbunden gewesen. So gesehen ist mit der neuen Streckenführung eine ideale direkte Verbindung nach Gmünd entstanden.
Das bedeutet allerdings, dass der Radweg im Gemeindegebiet von Gmünd nun direkt auf einem Teil des Teichkettenwegs verläuft, einem beliebten Wander- und Spazierweg. Es fällt also eine neue Alltagsradverbindung mit erheblichem Nutzungspotenzial mit einem Abschnitt einer Wander- und Spazierroute zusammen. Die Oberfläche wurde relativ brutal mit Recyclingasphalt gewalzt und im Zuge dessen etwas verbreitert.
Die Qualität als Naherholungsgebiet zum Spazieren und Laufen und der touristische Wert wird dadurch gemindert. Ob es auch zu Konflikten zwischen gemütlich schlendernden Fußgängern und zügig durchfahrenden Radfahrenden kommt, wird davon abhängen, wie stark die Radverbindung tatsächlich genutzt wird.
Sonst wenig Neues im Radbasisnetz
Auf dem Abschnitt zwischen Hoheneich/Anderlfabrik und Niederschrems wurde 2020 ein landwirtschaftlicher Begleitweg neben der B41 zur Fahrradstraße umgewidmet (1,3 km). Eine durchgehende Direktverbindung – wie in den Kriterien für das Radbasisnetz vorgesehen – konnte nicht realisiert werden, die Route führt durch den Ort Hoheneich. Eine Routenführung entlang der B41 wäre zu teuer gewesen (vom 2019 versprochenen Radschnellweg Gmünd–Schrems ganz zu schweigen). Wäre der Radverkehr beim massiven Ausbau der B41 in diesem Bereich rechtzeitig mitgedacht worden, sähe das anders aus. Die Radroute Gmünd – Schrems (von Gemeindeamt zu Gemeindeamt) beträgt damit 8,2 km, auch eine ideale Pendeldistanz mit hohem Potenzial.
Eine sichere Verbindung nach Großdietmanns gibt es bis heute nicht. Im Zuge des Ausbaus der B41 am Ortsende von Großdietmanns in Richtung Weitra wurde nur eine sogenannte Querungshilfe eingerichtet. Radlerinnen, die zwischen dem Ortszentrum Großdietmanns (Schulen, Gemeindeamt, Kirche, Gasthaus) und der auf der anderen Seite der B41 gelegene Siedlung bzw. der Katastralgemeinde Eichberg pendeln, müssen entweder hier sehr unsicher queren oder einen Umweg in Kauf nehmen, um eine schmale Röhren-Unterführung zu nutzen. In Richtung Gmünd ist diese Unterführung nicht relevant, es bleibt – etwa für Schüler*innen – nur die ungesicherte Querung über die Kreuzung der dort dreispurigen B41. (siehe auch Beitrag der Radlobby Gmünd, Juli 2019)
Zu den bisherigen Entwicklungen im Radbasisnetz:
Bericht zum Start der Planungen des Radbasisnetzes 2019
Bericht zur Präsentation des Radbasisnetzes und Video über die Radlobby Gmünd, 2020
Beitrag zum Planungsverlauf 2021








