Brücke 3 Monate gesperrt, Umleitung 21 km: und keine Infos für den Radverkehr
[ergänzt am 27. Juni]
Die Brücke über die Lainsitz in Gmünd ist seit Ende Mai und noch bis Ende September wegen Bauarbeiten gesperrt. Es ist die Verbindung zum einen in die Ortsteile Böhmzeil und Wasserfeld (große Neubausiedlung) und in die Katastralgemeinde Breitensee, zum Gewerbegebiet Access Park sowie in Richtung Litschau, zum anderen in die Nachbarstadt České Velenice. Täglich queren unzählige Pkw und Lkw die Brücke. Der Schwerverkehr ist auch ein Grund für die Bauarbeiten an der Brücke. Gleichzeitig queren allerdings auch unzählige Menschen diese Brücke mit dem Fahrrad oder zu Fuß: auf ihrem Weg zur Arbeit, in die Schule, als Tourist*innen oder Radausflügler. Zugewanderte gehen den ziemlich langen Weg zu Deutschkursen im Access Park auf dieser Strecke. Für Fußgänger gibt es ca. 500 m weiter einen Steg über die Lainsitz. De facto ist der „Bachwiesensteig“ seitens der Gemeinde für Radfahrende freigegeben. Ein Ausbau zu einer leistungsfähigeren Rad- und Fußgängerbrücke ist nicht in Sicht, da wegen der Hochwassergefahr ganz neu gebaut werden müsste.
Radfahrer und Fußgänger stehen ohne Info vor dem Bauzaun
Zu Beginn der Bauarbeiten wurden Umleitungsschilder für den motorisierten Verkehr angebracht. Die Umleitung über Nagelberg und Schrems ist 21 km lang. Ortskundige fahren eine kürzere Schleife über Breitensee, Eibenstein und Grillenstein (ca. 8 km) oder über České Velenice, Wielands und Ehrendorf (ca. 6 km).
Für Fußgänger wurde am Bauzaun lediglich ein Zettel im Format A4 angebracht mit dem Text: „Fußgängerüberquerung über den Bachwiesensteig möglich“. Kein Richtungspfeil, keine Entfernungsangabe. Dazu muss man wissen: Selbst Einheimische, die keine unmittelbaren Anrainer*innen sind, kennen den Fußgängersteg nicht unbedingt unter dieser Bezeichnung. Und Anrainer*innen wissen auch selbst, wo sie den Fluss queren können.
Für alle anderen, umso mehr tschechischsprachige Nachbarn und Gäste, ist die Information völlig wertlos.
Die Radlobby wird aktiv
Nachdem nach einer Anfrage an die Gemeinde nur auf die Baufirma verwiesen worden war und weiter nichts passierte, haben wir von der Radlobby Gmünd:
- zunächst behelfsmäßige Information am Bauzaun angebracht und
- bei der zuständigen Behörde die fehlende Umleitung und Beschilderung eingefordert.
Nach dem Gespräch mit der BH Gmünd geht es nun in kleinen Schritten voran:
- Erstes Ergebnis war die Übersetzung der kryptischen Auskunft für Fußgänger*innen, die nur für Anrainer*innen verständlich war, ins Tschechische. Ein Richtungspfeil oder eine Entfernungsangabe wurde nicht ergänzt, weil man ja auf Google Maps nachschauen könne.
- Mittlerweile sind die Verkehrsabteilung der BH Gmünd und die zuständige technische Sachverständige zum dem Ergebnis gekommen, dass hier die Umleitung für den Radverkehr tatsächlich fehlt, eine solche muss durch die Baufirma ergänzt werden.
- Update 27. Juni: Die behelfsmäßige Beschilderung der Radlobby (Radsymbol und QR-Code zur Umleitungs-Info auf der Radlobby-Website, Übersichtsplan) wurden entfernt und eine provisorische offizielle Information angebracht. Diese ist aus etwas Entfernung kaum zu erkennen und im Detail schwer lesbar.
Die Baufirma ist nun am Zug, eine dauerhafte sinnvolle Beschilderung zu ergänzen, die die nächsten drei Monate die vielen Alltagsradler*innen, (Rad-)Tourist*innen und nicht näher ortskundigen Fußgänger*innen ohne langes Rätseln und Hantieren mit google Translator und Navigations-App durch Gmünd leitet.
Laut Angabe der BH wird sich die Beschilderung übrigens wie im Bild unten auf Information am Bauzaun beschränken. Zu einer durchgehenden Ausschilderung mit Umleitungsschildern mit Radsymbol, wie das bei den tschechischen Nachbarn selbstverständlich ist, kann man sich nicht durchringen.
Alle Verkehrsteilnehmer*innen sind gleichermaßen zur Benutzung der Straßen berechtigt. Das muss natürlich auch die Information bei Behinderungen einschließen.
Die Situation vor dem 27. Juni mit von uns angebrachter Information:




