Dem Aufruf zum „Radverkehrstreffen Klosterneuburg und Umgebung“ folgten am 22. Oktober 17 Personen, darunter Vertreter der Radlobby, des Forums Radverkehr Klosterneuburg und des Gemeinderats.

In der Pizzeria Castel Nuovo in Weidling waren sich dann auch schnell alle Anwesenden einig, dass die Radinfrastruktur in Klosterneuburg in den letzen Jahren grob vernachlässigt wurde. Und das, obwohl die Freiwilligen des Forums Radverkehr seit 2012 mehr als 120 konkrete Verbesserungsvorschläge vorgebracht haben. Die Radlobby wies darauf hin, dass das Klosterneuburger Radwegebudget nicht nur im Hinblick auf die offiziellen Klimaziele von Land und Bund, sondern auch im direkten Vergleich mit anderen Gemeinden in Niederösterreich, vollkommen unzureichend ist. 2019 beträgt das Klosterneuburger Radwegebudget ja, wie vielfach medial berichtet, 5000 (sic) Euro.

Die überwiegende Mehrheit der Anwesenden sprach sich schließlich für die Gründung einer regionalen Radlobby-Gruppe aus. Die Radlobby-Gruppe Klosterneuburg wird dem Verein Radlobby Niederösterreich angehören, wie bereits 16 andere Orte in Niederösterreich. Der Landesverein ist Teil des bundesweiten Zusammenschlusses Radlobby Österreich.
In den nächsten Wochen gilt es jetzt, aktive Mitarbeiter zu finden um dann gemeinsam Ziele und Prioritäten zu definieren. Unterstützen kann man die Aktion durch eine Mitgliedschaft bei der Radlobby Niederösterreich.
 


Im Bild von links: Karl Schmid, Gerald Teschl, Werner Palfinger, Andreas Mohl, Stefan Hehberger, Gerhard Mikolasch, Sepp Wimmer, Friedrich Dobretsberger, Klaus Peter Zulka, Karl Zauner


Presse

Bezirksblätter

Nachbericht vom Treffen

Teilnehmer.innen: Brocza, Dobretsberger, Hehberger,  Matiasovic, Mikolasch, Mohl,  Palfinger, Schmidt, Teschl, Tuschl, Wimmer, Zauner (Radlobby NÖ), Zulka
Gäste aus St. Andrä-Wördern: Maas, Sattmann, Seybold
Ehrengast Schweeger

Nach einer kurzen Einleitung durch Gerhard Mikolasch (Hinweis auf brandaktuelles Grazer Radbudget 30Mio jährlich für 10 Jahre) gab es auf vielfachen Wunsch eine ausführlichen Vorstellungsrunde mit folgenden Infos und Anregungen:

  • Problem Rennradfahrer auf eurovelo VI <> Familienradfahrer.
  • Fehlende Temporeduktion(dzt. 70-100km/h) für Kfz auf B14 zw. Gugging und St. Andrä.
  • Fehlende sichere Verbindung für Schüler/Radfahrer aus dem Medekviertel über die B14 Richtung Gymnasium
  • Radfreunde aus St. Andrä wünschen eine sichere Verbindung nach Gugging.
  • Radfreund Sattman gibt einen wertvollen Tipp: bei jeder Straßensanierung nach Einbauten wie Kanal etc. sollte die Errichtung von Radwegen evaluiert werden – Chancen der Mitfinanzierung durch EVN, etc.
  • Es gibt eine EU-„ELA“-Förderung, aber nur für Städte unter 30.000 Einwohner.
  • Radständerproblem (Vorderradständer) wird ausführlich erörtert: Spar, Interspar, Merkur, Hofer , Obi, Lidl – nur bei Merkur , Lidl, Hofer konnten Teilerfolge durch neue Bügel erreicht werden.

Zauner von der Radlobby NÖ gibt einen ausführlichen Überblick über die Forderungen und Möglichkeiten der bisherigen 16 Radlobbygruppen in NÖ:

  • Jede Gruppe entscheidet autonom über Anzahl und Umfang der Aktivitäten, die von Radkulturveranstaltungen über radpolitische Arbeit bis zu Pressekontakten reicht.
  • Hauptproblem: kein eigenes nö. Radwegebaubudget (nur Mitfinanzierung im Rahmen des allgemeinen Straßenbaubudgets.
  • unter den 3400 N.Ö. Straßenbaumitarbeitern kaum Fahrradexperten.
  • Forderung der Radlobby: Radwege auf Bundes und Landesstraßen im Gemeinde/Stadtgebiet sollen in Zukunft durch Land NÖ finanziert werden und nicht mehr aus dem Gemeindebudget
  • Forderungen 30.- €/ Einwohner pro Jahr = 52 Mio. € in NÖ für den Radverkehr durch Gemeinden + Land NÖ + Bund für NÖ.
  • Radlobby Vorschlag für das Landesbudget: 30 Mill. € pro Jahr
  • 5 Radkompetenzzentren mit 50 Radfachpersonal sollen eingerichtet werden.
  • Derzeit wird nur über das allgemeine Straßenbaubudget finanziert: 100erte Millionen allein für Kfz-Straßenoptimierung, aber nur 2,7 Mio. € für Radwege.
  • Wr. Neustadt hat kein eigenes Radbudget, eber heuer werden (angeblich) 500.000,- € investiert = ~11,- € / Einwohner
  • Radlobby Österreich spricht bei der Ausgestaltung der „RVS“ (Richtlinie Verkehr-Straße) mit und im Unterausschuss Radverkehr (Verkehrsministerium), in dem die StVO und Fahrradverordnung weiter entwickelt wird.
  • Radlobby Niederösterreich: nimmt Termine beim Land NÖ wahr: zB. Verkehrslandesrat Schleritzko, Gemeindebund, verschiedende Stellen beim Land, politische Parteien, Firmen, …

Stefan berichtet über positive Signale aus dem Klosterneuburger Verkehrsausschuß für ein höheres Radbudget 2020, wobei die endgültige Budgethöhe noch durch den „Sanktus“ des Bürgermeisters ausständig ist.
Der Verkehrsausschuß befürwortet den Lückenschluß in der Strandbadstraße beim Essl-Museum/neue PrivatgymnasiumSchule), Agnesbrücke-VS-AntonBruckner, Otto Kochwasserg. in Kierling, Planungskosten für B14-Stollhof. Gesamter Kostenaufwand würde sich auf 480.000,- € belaufen.

Bei der anschließenden Abstimmung zur Gründung einer Klosterneuburger Radlobbygruppe als Ergänzung und Unterstützung des bisherigen Radforums und der Rad-AGs waren noch 14 Personen anwesend, wobei es 10 Pro-stimmen und 4 Enthaltungen (Gäste) gab.

Radfreund Werner Palfinger hat sich bereit erklärt, als Gruppenverantwortlicher der zukünftigen Radlobby Klosterneuburg als Kontaktperson zum Dachverband der Radlobby NÖ zu fungieren. Als „echtes“ Mitglied der Radlobby Niederösterreich gelten nur diejenigen Radfreunde die auch bereits Mitglied sind (einige von uns). Als Radlobbymitglied genießt man Vorteile wie Drahteselzeitung, bei Bedarf günstige Versicherung, Zugriff auf diverse Infos rund ums Radfahren etc.

Auch die Zusammenarbeit der Rad-AGs-Radfreundemitglieder mit dem größeren Verband der Radlobby bringt Synergieeffekte und Chancen auf bessere Durchsetzung von Radinteressen wie auch Radfreund Wimmer betonte.

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Klosterneuburg: Radlobby Treffen am 22. Oktober 2019