Zwischen Payerbach und Gloggnitz verlaufen gleich drei Verbindungen mit Tempo 100 km/h. Schon vor einigen Jahren hat die Radlobby Österreich die Situation im Gemeinderat von Payerbach thematisiert und auf Verbesserungsbedarf hingewiesen.

1) Die Mühlhofstraße über Küb

Positiv hervorzuheben ist, dass in Schmidsdorf inzwischen eine 30-km/h-Zone eingerichtet wurde.  Das ist eine echte Verbesserung für Anrainer:innen, Fußgänger:innen und Radfahrende. Verkehrsberuhigung wirkt – sie erhöht die Sicherheit und senkt die Hemmschwelle, das Fahrrad im Alltag zu nutzen.

2) Die „neue“ B27

Die B27 ist eine leistungsfähige Hauptverkehrsroute. Für den Autoverkehr ist sie ideal: breit, übersichtlich, schnell. Für Radfahrende hingegen ist sie realistisch betrachtet nur für die Entschlossensten und Furchtlosesten geeignet. Hohe Geschwindigkeiten, dichter Verkehr und wenig Fehlertoleranz machen sie zu einer Strecke, die im Alltag kaum jemand freiwillig wählt. Sie erfüllt ihre Funktion als schnelle Autoverbindung hervorragend – aber eben ausschließlich diese.

3) Die alte Straße zwischen Schwarza und Bahn

Die wohl charmanteste Verbindung ist die alte Straße zwischen der Schwarza und der Bahnlinie. Sie ist Teil der Schwarzatal Radroute und weist grundsätzlich ein geringes Verkehrsaufkommen auf.  Im Sommer 2025 wurde diese Strecke aufgrund von Sanierungsarbeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt – für den Radverkehr blieb sie jedoch geöffnet. Das Ergebnis? Eine fantastische Radverbindung: ruhig, sicher, entspannt. So fühlt sich modernes Radwegenetz an.

Leider ist inzwischen wieder „Normalzustand“ eingekehrt. Einige Autofahrer:innen nutzen die Strecke erneut als Abkürzung – und manche offenbar auch als kleine Rennstrecke. Die Radlobby hatte vorgeschlagen, diese durch die neue Straßenführung redundant gewordene Verbindung als Anrainerstraße mit 30 km/h auszuweisen – ähnlich wie den Abschnitt Obere Silbersbergstraße der Schwarzatal-Route in Gloggnitz.

Der erzielte Kompromiss: Ein rechtlich nicht bindender Antrag auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h.

Ja, 50 km/h sind besser als 100 km/h. Das ist unbestritten.

Aber:

Sie bleibt damit eine wunderschöne Route, die immer wieder von einzelnen ungeduldigen, egoistischen, gefährlichen – und leider völlig legal fahrenden – Autofahrer:innen beeinträchtigt wird.

Mehr Mut zur klaren Funktionsverteilung

Ein ehrliches Dankeschön an die Gemeinde Payerbach für diesen Schritt. Jede Verbesserung zählt.

Doch wenn Radverkehr als ernstzunehmende Verkehrsform – im Alltag, in der Freizeit und im Tourismus – wirklich gewollt ist, dann wäre deutlich mehr möglich.

Zwischen Payerbach und Gloggnitz existieren bereits drei parallele Verbindungen. Warum also nicht ihre Funktionen klar trennen?

  • B27: schnelle Hauptachse für den motorisierten Verkehr

  • Mühlhofstraße: lokale Erschließung mit konsequenter Verkehrsberuhigung

  • Alte Schwarzatal-Straße: ruhige, attraktive Rad- und Freizeitverbindung mit Anrainerregelung

Das wäre kein radikaler Umbau – sondern eine Optimierung bestehender Infrastruktur.

Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung für Payerbach