Zwischen Payerbach und Gloggnitz verlaufen gleich drei Verbindungen mit Tempo 100 km/h. Schon vor einigen Jahren hat die Radlobby Österreich die Situation im Gemeinderat von Payerbach thematisiert und auf Verbesserungsbedarf hingewiesen.
1) Die Mühlhofstraße über Küb
Positiv hervorzuheben ist, dass in Schmidsdorf inzwischen eine 30-km/h-Zone eingerichtet wurde. Das ist eine echte Verbesserung für Anrainer:innen, Fußgänger:innen und Radfahrende. Verkehrsberuhigung wirkt – sie erhöht die Sicherheit und senkt die Hemmschwelle, das Fahrrad im Alltag zu nutzen.
2) Die „neue“ B27
Die B27 ist eine leistungsfähige Hauptverkehrsroute. Für den Autoverkehr ist sie ideal: breit, übersichtlich, schnell. Für Radfahrende hingegen ist sie realistisch betrachtet nur für die Entschlossensten und Furchtlosesten geeignet. Hohe Geschwindigkeiten, dichter Verkehr und wenig Fehlertoleranz machen sie zu einer Strecke, die im Alltag kaum jemand freiwillig wählt. Sie erfüllt ihre Funktion als schnelle Autoverbindung hervorragend – aber eben ausschließlich diese.
3) Die alte Straße zwischen Schwarza und Bahn
Ja, 50 km/h sind besser als 100 km/h. Das ist unbestritten.
Aber:
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Die Strecke bleibt in der Radlkarte als „stressig“ klassifiziert.
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Die subjektive Sicherheit wird sich vermutlich kaum ändern.
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Das Grundproblem – Mischnutzung mit motorisiertem Durchzugsverkehr – bleibt bestehen.
Sie bleibt damit eine wunderschöne Route, die immer wieder von einzelnen ungeduldigen, egoistischen, gefährlichen – und leider völlig legal fahrenden – Autofahrer:innen beeinträchtigt wird.
Mehr Mut zur klaren Funktionsverteilung
Ein ehrliches Dankeschön an die Gemeinde Payerbach für diesen Schritt. Jede Verbesserung zählt.
Doch wenn Radverkehr als ernstzunehmende Verkehrsform – im Alltag, in der Freizeit und im Tourismus – wirklich gewollt ist, dann wäre deutlich mehr möglich.
Zwischen Payerbach und Gloggnitz existieren bereits drei parallele Verbindungen. Warum also nicht ihre Funktionen klar trennen?
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B27: schnelle Hauptachse für den motorisierten Verkehr
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Mühlhofstraße: lokale Erschließung mit konsequenter Verkehrsberuhigung
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Alte Schwarzatal-Straße: ruhige, attraktive Rad- und Freizeitverbindung mit Anrainerregelung
Das wäre kein radikaler Umbau – sondern eine Optimierung bestehender Infrastruktur.

