Die neue Radunterführung des E6 Ri Kronau wurde verbessert, die Königstetterstraße nach Kanalarbeiten komplett renoviert und dabei alte Radwegerprobungsvarianten, die nicht den Bestimmungen der RVS entsprechen, nochmals neu gebaut 🙁

  1. Umbau des Neubaus der Radunterführung Kronauer-Straße:

Ein gutes Beispiel dafür, wieviel Steuergeld ausgegeben werden muß, wenn erstens schlecht geplant und zweitens nicht mit den Bedarfsträgern gesprochen wird. Nachdem der „Neubau“ viel Anlaß zur Kritik bot, weil:

  • zu schmal,
  • gefährliche hohe Randsteine,
  • keine Sicht wegen enger Kurve auf beiden Seiten,…

 

 

 

 

werden und wurden nun:

  • die Randsteine links und rechts entfernt,
  • der Belag der Radwegauffahrt und -abfahrt weggerissen und
  • neue Auf- und Abfahrten mit größerem Anfahrtsradius gebaut, die eine bessere Sicht auf den nun 3m breiten Unterführungsbereich ermöglichen.

Es hat also einiges mehr gekostet, aber am Ende gibt es für die Sicherheit der Radfahrenden ein „Happy-end“ vor der offiziellen Eröffnung der Umfahrung Kronau.

2. Sanierung/Umbau Königstetterstraße nach Kanalarbeiten:

Kein „Happy-end“ gibt es nach Meinung der Radlobby Tulln für die seit Mai sanierte Königstetterstraße.

Unserer Ansicht nach wären, auf den direkten Hauptzufahrtsstraßen zum/vom Zentrum, ein Netz von Mehrzweckstreifen die effizienteste Lösung, um den Alltagsradverkehr schnell und sicher in das Stadtzentrum und wieder retour zu bringen. Diese berücksichtigt den stetigen Zuwachs an Radfahrenden und auch die defacto Motorisierung der Radfahrenden durch die E-Bikes. Allein diese beiden Komponenten verlangen mehr Entflechtung von Fußgehern und Radfahrern, und auf den Gehwegen weiterradelnde E-Biker sind nicht nur ein Ärgernis für die zu Fuß Gehenden, sondern eine (in Tulln geförderte) Gefahr.

Weil es in Tulln kein Konzept zur langfristigen Förderung des Radverkehrs gibt, fehlen die langfristigen Planungsgrundlagen und Planungsvorgaben in der Raumordnung.

 

 

Bei der nun fast abgeschloßenen Sanierung der Königstetterstraße zwischen Shell-Tankstelle und Bahnhofszufahrt, wurde die alte Radwegerprobungsvariante nun nochmals neu gebaut. Leider werden bei dieser Variante wieder Radfahrende gefährdet und die staatlichen Richtlinien nicht eingehalten.

So ist der stadtauswärts führende Radfahrstreifen zwischen Shell-Tankstelle und Billa mit teilweise weniger als 90cm viel zu schmal (gemäß Richtlinien zur Verkehrssicherheit -RVS 2013- mindestens 125cm), und leitet an seinem Ende bei der Billa-Einfahrt die weiter stadtauswärts Radelnden nicht sicher in den Fließverkehr ein, sondern genau vor das Auto der Abbieger.

 

 Eine noch schlechtere Lösung wurde am Ende des stadteinwärts führenden Radfahrstreifens gegenüber der Shell-Tankstelle geschaffen.

 

Für beide Stellen gäbe es aber über die Führung mit Bodenlinien, Sharrows etc. Möglichkeiten, diese „Einordnen nach dem Reißverschlußsystem“ -Stellen“ für alle Verkehrsteilnehmer eindeutiger und sicherer zu gestalten.

 

 

 

 

 

 

 

Weil der stadtauswärts führende Radfahrstreifen auch jetzt schon den Radfahrenden zu unsicher – weil nicht breit genug – ist, radeln sie entgegen der Fahrrichtung am stadteinwärts führenden Radfahrstreifen, zwingen dabei richtig Radelnde auf den Gehweg auszuweichen –

 

 

 

 

und kollidieren dann fast mit den Radfahrenden, die auf den Radfahrstreifen einfahrenden.

 

 

 

Die Radfahrenden am stadteinwärts führenden Radfahrstreifen sind zwischen Gehweg und parkenden oder einparkenden Fahrzeugen eingezwängt. Auch dieser Radfahrstreifen entspricht in der Breite nicht den RVS und, wenn ein Beifahrer die Tür öffnet, führt eine vielleicht noch rechtzeitige Ausweichbewegung auf die Gehsteigkante – und damit erst recht zum Sturz.

 

Zusammengefasst wurde hier, mit nicht dem Gesetz entsprechenden Radfahranlagen, ein vermehrtes Gefährdungspotential geschaffen und der Weg zu möglicherweise besseren Lösungen verbaut. Auch unsere Anregung, einen echten Experten für Radinfrastruktur einzubinden, wurde nicht wahrgenommen.

Also leider nur ein Happy-end für den Kfz-Verkehr und einige Anrainer, aber nicht für die Zukunft der Alltagsradfahrenden ☹

3. Neuer Sprecher für Tulln gesucht:

Da ich aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nach 7 Jahren mit Jahresende aufhöre: Wer gerne etwas in und um Tulln anregen und bewegen möchte, bitte bei Karl Zauner (karl.zauner@radlobby.at) und/oder mir melden. Es gibt ja ein aktives Mitarbeiterteam, dort bin ich weiter dabei.  Neue Besen kehren ja gut und besser und es ist, auch hier in Tulln, immer notwendig (siehe oben), Möglichkeiten für die Radfahrenden aufzuzeigen – auch wenn viele Tullner „ganz zufrieden“ sind.

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Radlobby-Herbstinfos aus Tulln