(St. Pölten 16.1.2019 ) Die UVP-Verhandlungen haben heute im Gebäude der Hypo-Bank begonnen. Im Hypo-Gebäude entscheidet sich mit den Verhandlungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung der S34 – der Traisentalschnellstraße – die Verkehrszukunft St. Pöltens. (Geplanter Baubeginn 2020)

Bürgerinitiativen, anerkannte Umweltverbände sowie rund 2.000 Betroffene setzen sich für eine lebenswerte Region ein!

Foto: Radlobby St. Pölten, Radlobby-Team bei der Kundgebung „Stopp S34“ zum Start der UVP-Verhandlung

St. Pölten steht an einem verkehrspolitischen Scheideweg. Die Politik hat die einmalige Gelegenheit, Geschichte zu schreiben. Indem sie gesellschafts- und klimapolitische Verantwortung übernimmt. Eine Absage des sachlich nicht gerechtfertigten Bauvorhabens S34 wäre ein klares Bekenntnis zu einer Mobilitätswende. Nur so kann eine nachhaltige Entwicklung des Wirtschafts- und Lebensraums St. Pölten erreicht werden.

 

Radlobby St. Pölten unterstützt Initiativen Stopp S34

 

S34 ist St. Pöltens Beitrag zur Klimakrise!
30 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Österreich stammen aus dem Verkehrssektor. Während bei Gebäuden und in der Industrie Einsparungen erzielt werden konnte, sind sie im Sektor Verkehr seit 1990 um zwei Drittel gestiegen!

Wer Straßen sät wird Verkehr ernten.
Die S34 bringt keine Entlastung
auf der Mariazeller Straße!

Die ASFINAG bestätigt es in ihren Einreichunterlagen: trotz S34 wird der Verkehr auf der Mariazeller Straße nicht weniger werden. Selbst auf den parallel zur S34 laufenden innerstädtischen Straßenzügen kommt es zu keiner Verkehrsentlastung. Bereits schwelende Konflikte zwischen Bevölkerung, Gewerbetreibenden und Stadtregierung rund um den innerstädtischen Kfz-Verkehr und begrenzten Parkraum werden prolongiert und weiter verschärft.

S34 bindet Gelder, die für umweltgerechte Mobilität fehlt!
Die Kosten für die 9 km der S34 werden von der ASFINAG mit etwa 200 Millionen € angegeben. Nicht
eingerechnet ist die Spange Wörth. Die als Vorleistung für die S34 von Stadt und Land gemeinsam errichtete Brücke über die B20 in Hart bindet bereits Budgetmittel in Millionenhöhe, die dringend für umweltgerechte und sozial verträgliche Mobilitätslösungen benötigt würden.
Das städtische Radwegenetz ist ein für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer unbefriedigendes Flickwerk. Es muss entwirrt und zu einer durchgängigen, sicheren und effizient nutzbaren Rad-Infrastruktur entwickelt werden. Das öffentliche Verkehrsangebot gehört dringend attraktiviert. Regionale Anbindungen, deutliche Verbesserungen auf Traisentalbahn und auf der Kremser Strecke sowie umfassende Weiterentwicklung des LUP sind vorrangig.

Naturzerstörung und Landschaftszerschneidung!
Für die S34 werden gut 1,5 Millionen m³ Erdreich und Baumaterial durch die Gegend geführt, mehr als 100 ha landwirtschaftliche Fläche wird verbraucht. Das Vorhaben bringt massive Eingriffe in das Grundwasser, in den Lebensraum geschützter Arten wie Steinkrebs, Urzeitkrebs und Wachtelkönig sowie in das Landschaftbild.
Die S34 mit der Spange Wörth bedeutet nicht nur eine Lebensraumzerschneidung für zahlreiche Wildtierarten, sondern verursacht Umwegfahrten für die Landwirtschaft. Wegegebunde Erholungsarten wie Radfahren und Spazieren werden unattraktiver.

Soziale Schicksale!
Die Wasserversorgung zahlreicher Landwirtschaftsbetriebe ist gefährdet, einige Höfe, die seit hunderten Jahren vom eigenen Brunnen versorgt werden, sind in Zukunft von der öffentlichen Wasserleitung abhängig.
Durch Flächenverlust wird das wirtschaftliche Überleben mehrerer Bauern deutlich erschwert, teilweise werden sie durch die S34 zur Betriebsaufgabe gezwungen.

Die Radlobby St. Pölten setzt sich für eine zeitgemäße Mobilität abseits des motorisierten Individualverkehrs ein. Für eine positive Entwicklung der Lebensqualität im Raum St. Pölten!

Rückfragen & Kontakt:

Maria Zögernitz
Radlobby St. Pölten
0680/144 84 33
stpoelten@radlobby.at
Maria_zoegernitz@hotmail.com
www.radlobby.at/niederoesterreich

 

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Radlobby unterstützt Initiativen zu Stopp S34!