Am Montag, 18.09.2017, fand in Beisein von Magistratsdirektor Mag. Hallbauer, Hrn. Rohrhofer (Leiter der Abteilung Ortspolizei des Magistrats), Bürgermeister Dr. Resch, Anrainern, sicher.in.Krems und ÖH IMC Krems ein Gespräch zu Radfahren gegen die Einbahn in der Alauntalstraße statt.

Dass eine Einbahnöffnung fachlich möglich ist, konnte bereits die beauftragte Untersuchung von DI Leth (TU Wien) zeigen. Dass rechtlich die Öffnung ebenfalls möglich ist, hat ein positiv ausgefallenes Ermittlungsverfahren des Magistrats auf Basis der von der ÖH eingebrachten Unterschriften gezeigt. Für das Magistrat zählt ein Gutachten, welches der Amtssachverständige des Landes NÖ, DI Dr. Pöschl, laut Hrn. Rohrhofer in den 1990er-Jahren angefertigt hat. Das Gutachten vom Kuratorium für Verkehrssicherheit und die Studie von DI Leth war bis jetzt nicht bekannt.
Für eine vollständige Einbahnöffnung müsste nach diesem „alten Gutachten“ die Einfahrt Stadtgraben von Parkplätzen freigehalten werden. DI Dr. Pöschl nennt hier ca. 18 bestehende Parkplätze, die aktuelle Studie von DI Leth nennt maximal neun. Unter Umständen könnte dies laut DI Leth auf fünf zu verlagernde Parkplätze reduziert werden – eine Detailprüfung vom Magistrat müsste dafür erfolgen.

„Kein Parkplatz darf fallen“ ist jedoch das Dogma des Bürgermeisters. Eine von Anrainern, ÖH IMC Krems, Radlobby und sicher.in.Krems vorgeschlagene Kompromisslösung, in gleicher Anzahl sogenannte „Anrainerparkplätze“ einzurichten, wurde vom Magistratsdirektor abgelehnt, da er keine gesetzliche Grundlage dafür sieht. Es wurde in Erfahrung gebracht, dass in Graz, Salzburg, Wien, sowie Baden und Wiener Neustadt Anrainerparkplätze möglich sind – es gibt somit auch für Niederösterreich eine gesetzliche Grundlage. Und weiters: Der gesamte Straßenzug der Alauntalstraße hat derzeit 130 Parkplätze, die laut durchgeführter Parkplatzerhebung im Rahmen der Studie DI Leth, zu maximal 61% ausgelastet sind.

Als Kompromiss wurde diskutiert, den Gehsteig der Südseite im Abschnitt ab der Gaswerkgasse entlang der HTL bis zur Arbeitergasse für Radfahrer als Radweg freizugeben.  Über die Arbeitergasse soll es  möglich werden, bis zum Südtiroler Platz weiter zu fahren – dies wurde versprochen. Beitrag der NÖN/ Alauntalstraße wird teilweise geöffnet: Krems_Alauntalstraße_NOEN_260917

Standpunkte der Radlobby:

  • Es fehlt weiterhin die direkte Verbindung in die Altstadt/Pfarrplatz und zwischen den FH – Standorten. 5 – 9 Abstellplätze in einer Gasse mit relativ geringer Parkplatzauslastung werden bevorzugt und das Radfahren massiv behindert. Ein negatives Signal für aktive, leise und umweltschonende Mobilität!
  • Wir fahren lieber auf der Fahrbahn und die Alauntalstraße ist für Begegnungsverkehr breit genug! Jetzt soll der südliche Gehsteig in der Alauntalstraße als solcher aufgelassen und stattdessen zu einem Radweg werden. Dem KFZ-Verkehr, fahrend wie zum Abstellen, die gesamte Fahrbahn zur Verfügung zu stellen und die zu Fußgehenden wie Radfahrenden einzuschränken, ist verkehrt!
  • Es ist ein Teilerfolg, in der Alauntalstraße bald von der Gaswerkgasse bis zur Arbeitergasse mit dem Rad legal unterwegs sein zu dürfen.

Wir werden uns weiterhin mit unseren Möglichkeiten für die Öffnung der gesamten Einbahn einsetzen und uns um die vollständige Umsetzung bemühen.

Text: Jakob Pachschwöll

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Parken ist wichtiger als Fahren – Alauntalstraße Teil 3
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